MAM #28 // Reichweite — SEBASTIAN BÖHM, JÁCHYM FLEIG

No.28
Ausstellung 26.04.2026 bis 24.05.2026
Finissage Sonntag, 24.05.26, 12-16.00 Uhr
Öffnungszeiten Do–So 12–17 Uhr

Pressemitteilung

Ausstellung: SEBASTIAN BÖHM, JÁCHYM FLEIG – »REICHWEITE«

Wir freuen uns in der 28. Ausstellung des MAM [Modern Art Mosel] Kunstvereins zwei Künstler vorzustellen, die beide in der Moselregion leben und arbeiten: den Bildhauer JÁCHYM FLEIG und den Maler SEBASTIAN BÖHM.
REICHWEITE stellt zwei Positionen nebeneinander, die den Raum und den Betrachter auf je eigene Weise in Besitz nehmen. Wo Fleigs Objekte sich ausdehnen, zieht Böhms Malerei in die entgegengesetzte Richtung: nach innen, dem Flüchtigen und Unsagbaren nach. Die Arbeiten Jachym Fleigs wuchern in die Wirklichkeit hinein. Sebastian Böhm hingegen erforscht die Wahrnehmung innerer Bildlichkeit, in Erinnerungen, die sich dem Wort entziehen. Zwei gegensätzliche Bewegungen — eine gemeinsame Dringlichkeit. REICHWEITE misst den Abstand zwischen diesen beiden Richtungen — und wie nah sie sich dabei kommen.

Jáchym Fleigs plastische Installationen zeigen die Kunst von ihrer besitzergreifenden Seite. Alltägliche Baustoffe — MDF-Platten, Kartonagen, Gips, Polyurethan-Schaum — kombiniert er mit Möbelmodulen und architektonischen Versatzstücken zu Gebilden, die wuchern, als hätten sie ein Eigenleben entwickelt. Die scheinbare Naturnähe dieser skulpturalen Anhäufungen folgt dem strategischen Kalkül künstlerischer Setzung: Natur kann wie Kunst aussehen — und umgekehrt. Die Frage, ob dieser Prozess abgeschlossen ist oder den Betrachter selbst zu erfassen droht, bleibt lustvoll offen. Fleig (*1970, Villingen-Schwenningen) wurde an der ABK Stuttgart, der HfbK Dresden (Meisterschüler) sowie an der Slade School of Fine Art und dem Royal College of Art in London ausgebildet. Seine Arbeiten wurden zuletzt in der Kunsthalle Düsseldorf, dem Museum Kunstpalast Düsseldorf und in der Rizzuto Gallery Palermo gezeigt.

Sebastian Böhm arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten in Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Installation. Böhms Bilder entziehen sich der eindeutigen Lesbarkeit — die Oberfläche ist zugleich Membran und Objekt im Raum. Für REICHWEITE zeigt er neben dem kleinen »Staubbild« das großformatige Werk »Nachtlicht Moseltal« (siehe Abbildung) — eine Ölmalerei auf grober Jute, hinter der ein weiß lackierter Kasten Licht durch das weitmaschige Gewebe reflektiert, und so das Bild in einen dreidimensionalen, schimmernden Körper verwandelt: Malerei als Tiefenraum. Böhm (*1972, Berlin) lebt und arbeitet in Trier, lehrt an der Europäischen Kunstakademie und der Universität Trier; 2024 erhielt er den Kaiser-Lothar-Preis der Stadt Prüm. 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Programms »Die Goldenen Zwanziger« des Kultursommers 2026 Rheinland-Pfalz statt.

Andreas Exner, #MAM_KV

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No.28
Exhibition dates 26th April 2026 to 24th May 2026
Opening Sunday, 26th April ’26, 12–4.00 pm
Finissage Sunday, 24th May ’26 12–4.00 pm
Opening hours: Thurs to Sun 12–5 pm

Press Release

Exhibition: SEBASTIAN BÖHM, JÁCHYM FLEIG – »REICHWEITE«


We are delighted to present two artists who both live and work in the Moselle region in MAM’s 28th exhibition »REICHWEITE«: sculptor JÁCHYM FLEIG and painter SEBASTIAN BÖHM.

REICHWEITE places two positions side by side, each appropriating aspects of space and the spectator in their own distinct way. Where Fleig’s objects expand outward, Böhm’s painting moves in the opposite direction: inward, towards the fugitive and the unsayable. Fleig’s works proliferate into reality; Böhm, by contrast, pursues an investigation of inner images — of visual memories that resist both verbal expression and final definition. Two contrary movements — one shared urgency. REICHWEITE measures the distance between these two directions, and how close, in doing so, they come to one another.

Jáchym Fleig’s sculptural installations reveal art in its most acquisitive aspect. Everyday construction materials — MDF boards, cardboard, plaster, polyurethane foam — are combined with furniture components and architectural fragments to produce formations that proliferate as though possessed of a life of their own. The apparent affinity with nature in these sculptural accumulations follows the strategic logic of artistic intervention: nature may resemble art, and art nature. Whether this process is complete — or whether it threatens to engulf the viewer as well — remains, delightfully, an open question. Fleig (*1970, Villingen-Schwenningen) trained at the ABK Stuttgart, the HfbK Dresden (where he graduated as a Meisterschüler), and at the Slade School of Fine Art and the Royal College of Art in London. His work has been shown most recently at the Kunsthalle Düsseldorf, the Museum Kunstpalast Düsseldorf, and the Rizzuto Gallery in Palermo.

Sebastian Böhm has worked across painting, drawing, printmaking, and installation for more than three decades. His images resist straightforward reading — their surfaces are at once membrane and object in space. For REICHWEITE he presents, alongside the small Staubbild (‚dust painting‘), the large-scale work Nachtlicht Moseltal (illustrated) — an oil painting on coarse hessian, behind which a white-lacquered box reflects light back through the open weave, transforming the picture into a three-dimensional, luminous body: painting as depth of field. Böhm (*1972, Berlin) lives and works in Trier, where he teaches at the Europäische Kunstakademie and the University of Trier; in 2024 he was awarded the Kaiser-Lothar-Preis of the city of Prüm.

The exhibition is presented as part of Die Goldenen Zwanziger, the programme of the Kultursommer 2026 Rheinland-Pfalz.

Andreas Exner, #MAM_KV

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